Moderator: Hits der 70er bis Heute
Sendung: Der AllgäuHIT-MIX
 
 
Das wohl passende Symbolbild für den Allgäuer Arbeitsmarkt im Mai 2018
(Bildquelle: pixabay)
 
Allgäu
Mittwoch, 30. Mai 2018
Arbeitslosenquote im Allgäu bei 2,3 Prozent
Frühlingsboom und mehr als 7.000 offene Jobangebote

Frühlingsboom in der Region: Auch im Mai hat der Arbeitsmarkt im Allgäu weiter an Schwung gewonnen. Bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern waren gut 800 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Insgesamt waren etwas mehr als 8.700 Frauen und Männer auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Eine Verbesserung zeigt sich auch im Vergleich zum Mai des Vorjahres. Seinerzeit waren noch knapp 850 Menschen mehr arbeitslos bei den Vermittlern der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern. Die Arbeitslosenquote ging aktuell auf 2,3 Prozent zurück. Sie unterschritt damit sowohl den Wert des Vormonats wie auch die Marke aus dem Mai des vergangenen Jahres und bedeutete den niedrigsten Wert in einem Mai der letzten zehn Jahre.

„Im Mai ging es mit dem Arbeitsmarkt im Allgäu weiter gut voran. Zahlreiche Menschen starten in eine neue Beschäftigung. Gleichzeitig blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften auf Seiten der Betriebe anhaltend hoch. Quer durch alle Altersgruppen haben Menschen von dieser guten Entwicklung profitiert. Sowohl bei Jüngeren, wie auch Älteren und längere Zeit arbeitslosen Kräften waren weniger Personen arbeitslos als noch im vergangenen Jahr“, so das Fazit von Horst Holas, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. „Und dennoch gibt es auch bei uns im Allgäu eine ganze Reihe von Menschen, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen auf Leistungen der sozialen Grundsicherung angewiesen sind.“

Jobcenter unterstützen, wenn das Einkommen nicht zum Leben reicht

Es gibt Arbeitnehmer, die nicht genug verdienen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Dazu zählen beispielsweise Menschen, die im Einzelhandel arbeiten, im Hotel- und Gaststättengewerbe, als Transport- und Lagerarbeiter oder als Reinigungskraft. Betroffen sind teilweise auch Selbstständige.

Die Jobcenter können Erwerbstätige, die ihren Lebensunterhalt nicht decken können, finanziell unterstützen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden diese Menschen als „Aufstocker“ bezeichnet.

Nach den aktuellsten Daten vom Januar dieses Jahres haben im Allgäu etwas mehr als 3.100 Frauen und Männer zusätzlich zu Ihrem Arbeitsentgelt Leistungen der Jobcenter zum Lebensunterhalt bezogen. Ein Vergleich mit den letzten drei Jahren zeigt im Ergebnis nur geringfügige Veränderungen.

Die Gründe, warum jemand zusätzlich zum Erwerbseinkommen Arbeitslosengeld II beim Jobcenter bezieht, sind vielfältig. Entscheidend ist, wie viele Stunden jemand arbeitet, wie hoch sein Einkommen ist und ob er nur sich selbst finanzieren muss oder eine Familie zu versorgen hat. Bei einer Familie spielt auch eine Rolle, ob beide Partner arbeiten. Besonders schwer haben es Alleinerziehende oder Menschen, die einen Angehörigen pflegen und deshalb nur Teilzeit arbeiten können.

Der Umfang der Erwerbstätigkeit und das daraus erzielte Einkommen unterscheiden sich bei diesem Personenkreis deutlich. Im Januar arbeiteten im Allgäu knapp 1.300 Frauen und Männer ausschließlich in einem Minijob und verdienten bis zu 450 Euro. 1.650 Kräfte erzielten ein darüber hinausgehendes Einkommen aus ihrer Erwerbstätigkeit. Gut 200 Frauen und Männer arbeiteten im Januar 2018 auf selbst-ständiger Basis und erhielten zusätzliche Unterstützungsleistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts.

Die Mehrzahl der „Erwerbs-Aufstocker“ war im Allgäu weiblich. Gut 1.700 Frauen und etwas mehr als 1.400 Männer erhielten zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen Arbeitslosengeld II vom Jobcenter.

„Die Jobcenter im Allgäu beraten diese Menschen, wie sie ihr Einkommen steigern können, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Zum Beispiel können Betroffene sich mit Hilfe einer Qualifizierung im Betrieb für eine höherwertige Tätigkeit empfehlen. Jobcenter und Arbeitsagenturen unterstützen auch das Nachholen eines Berufsabschlusses“, ergänzt Holas.

Arbeitskräfte weiter gesucht
Im Mai äußerten Arbeitgeber einen anhaltenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften. Betriebe meldeten dem Arbeitgeberservice 1.800 Stellen neu zur Besetzung. Insgesamt standen mehr als 7.100 Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung, knapp 200 mehr als im Monat zuvor. Tätigkeiten rund um den Werkstoff Metall bildeten ein Schwergewicht. Mehr als 160 neue Stellen wurden im Fahrzeug- und Maschinenbau angeboten. In Metallbau und Metallbearbeitung galt es 125 Jobs neu zu besetzen. Insbesondere in den Tourismusregionen entlang der Berge und am Bodensee waren ebenfalls neue Kräfte gesucht. Das schöne Wetter hat hier bereits für eine Belebung gesorgt. Das zeigen mehr als 180 neue Offerten für Köche, Küchenhilfen und Personal im Service. Für den Warenumschlag suchten Unternehmen über 150 Lagerfachkräfte und Kraftfahrer. Personaldienstleister hatten ebenfalls zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen anzubieten. Im Bereich Verkauf von Gütern aller Art galt es mehr als 120 zusätzliche Jobs zu besetzen. In diesem Segment standen gleichzeitig auch gut 750 arbeitslose Kräfte für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung.

Die Situation ist rein rechnerisch in einigen Berufsbereichen bereits nahezu ausgeglichen. So gibt es insgesamt 1,2 arbeitslose Menschen je gemeldete Arbeitsstelle. Die Spanne reicht dabei von 0,6 Arbeitslosen je Stelle in der gewerblichen Produktion und Fertigung bis zu 2,9 arbeitslosen Menschen in Büro, Verwaltung und Sekretariat, die auf eine Stelle treffen.

Arbeitslose Menschen in Beschäftigung
Im Mai konnten etwas mehr als 1.800 Frauen und Männer eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Darunter waren nochmals Arbeitsaufnahmen im Garten- und Landschaftsbau sowie im Baugewerbe. Im Gastgewerbe konnte ebenfalls eine ganze Reihe von Kräften eine neue Beschäftigung antreten. Eine neue Tätigkeit konnten Menschen in Industriebetrieben, im Logistiksektor sowie im Handwerk aufnehmen. Neben zahlreichen weiteren Kräften befanden sich darunter mehrere Maschinen- und Anlagenführer,  Dachdecker sowie Kraftfahrer und Führer von Baumaschinen.

Im Mai meldeten sich 1.330 Menschen neu bei den Vermittlern, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten, 350 weniger als im Monat zuvor.

Die anhaltend gute Entwicklung des Arbeitsmarktes ist im mehrjährigen Vergleich der arbeitslos gemeldeten Menschen gut erkennbar.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich
Aktuell waren im Bezirk der Agentur für Arbeit 850 Frauen und Männer weniger arbeitslos als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote erreichte aktuell die Marke von 2,3 Prozent und unterschritt den Wert des Vorjahres um 0,3 Prozentpunkte. Zu dieser Entwicklung trugen alle Wirtschaftsregionen des Agenturbezirks bei. Nahezu alle Regionen konnten bei der Arbeitslosenquote im Mai eine Zwei vor dem Komma vorweisen. In Front lag der Wirtschaftsraum Mindelheim, der mit einer Quote von 1,9 Prozent sogar eine Eins vor dem Komma aufweisen konnte, dicht gefolgt vom Wirtschaftsraum Memmingen mit einer Quote von genau zwei Prozent und den Regionen Marktoberdorf und Lindau mit jeweils 2,1 Prozent. Auch deutschlandweit bewegt sich der bayerische Teil des Allgäus damit im Spitzenfeld. Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich erzielten die Regionen Kempten und das südliche Oberallgäu mit Verbesserungen von jeweils 0,5 Prozentpunkten.

Unterschiede in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung
Seit Einführung der sozialen Grundsicherung werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. In beiden Bereichen waren im Mai weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Dasselbe gilt für einen Vergleich mit den Daten aus dem Vorjahr. Auch aufgrund vieler Arbeitsaufnahmen von Menschen, die aus jahreszeitlichen Gründen nur kurze Zeit arbeitslos gewesen waren, fiel der Rückgang auf Seiten der Agentur für Arbeit mit einem Minus von gut 700 Frauen und Männern deutlich stärker ins Gewicht. In den Jobcentern waren 100 arbeitslos gemeldete Personen weniger gemeldet als einen Monat zuvor. Die  Agentur für Arbeit war im April für knapp 4.800 Menschen zuständig, die Jobcenter betreuten 3.930 arbeitslose Kräfte. In der sozialen Grundsicherung werden neben arbeitslosen Menschen weitere Personengruppen von den Mitarbeitern der Jobcenter betreut. Zahlreiche Menschen gelten als nicht arbeitslos im Sinne des Gesetzgebers, weil sie kleine Kinder versorgen, Angehörige pflegen, sich in einer Qualifizierung befinden oder mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig sind.

Ausbildungsmarkt – große Auswahl für junge Menschen
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt blieb auch im Mai für junge Menschen, die eine Lehrstelle suchten, weiter gut. Vor allem für kleine Betriebe gestaltet sich die Suche nach geeigneten Azubis schwieriger, denn deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber waren bei den Beratern gemeldet. Seit dem Start des Beratungsjahres stellten Betriebe mehr als 5.500 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Gleichzeitig meldeten sich mit 3.900 jungen Menschen ähnlich viele wie in den beiden Vorjahren als Bewerber um eine Ausbildungsstelle. Damit herrschte rein rechnerisch erneut ein starkes Übergewicht an gemeldeten Ausbildungsplätzen. Bis zum Mai waren 2.600 Ausbildungsplätze noch nicht vergeben, 1.440 junge Menschen hatten bisher keinen Ausbildungsplatz, der ihren Vorstellungen entsprach oder es lag noch keine entsprechende Mitteilung bei der Berufsberatung vor.

Es handelt sich bisher lediglich um ein Zwischenergebnis, denn bis zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September sind weitere Veränderungen auf dem Ausbildungsmarkt zu erwarten.

Ausblick
In den kommenden Wochen ist mit einer weiter anhaltenden Stabilität auf dem Arbeitsmarkt im bayerischen Teil des Allgäus zu rechnen. Die ausgezeichnete Auftragslage in vielen Unternehmen zeigt sich nicht zuletzt an der hohen Zahl von Stellenangeboten, die Betriebe zur Besetzung hereingegeben haben. Das lässt in nächster Zeit nochmals einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarten.


Tags:
arbeitsmarkt wirtschaft jobs handwerk



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