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Sendung: Guten Abend Allgäu
 
 
Agentur für Arbeit (Symbolbild)
(Bildquelle: Bundesagentur für Arbeit)
 
Allgäu
Mittwoch, 30. November 2016
Die aktuelle Lage auf dem Allgäuer Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote bei 2,9% - niedrigster Novemberwert seit 2011

Auch im November zeigte sich der Arbeitsmarkt im Allgäu weitgehend robust. Die Arbeitslosenquote erreichte mit 2,9 Prozent den niedrigsten Novemberwert der letzten Jahre. Anhaltend hoch blieb auch die Nachfrage nach Arbeitskräften auf Seiten der Betriebe. Sie stellten insgesamt mehr als 6.200 Beschäftigungsangebote für Vermittlungsaktivitäten zur Verfügung. Gleichzeitig meldeten sich aktuell mehr Menschen arbeitslos als im Monat zuvor. Bei den Vermittlern der Arbeitsagentur und in den Jobcentern waren 10.719 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 856 mehr als im Oktober. Eine ganze Reihe von ihnen war zuletzt im Tourismus beschäftigt. „Menschen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit in Hotellerie und Gastronomie gearbeitet haben, werden in der Übergangszeit zwischen Herbst- und Wintersaison oft nur für wenige Wochen arbeitslos. Mit dem Start der Wintersaison können sie häufig wieder im früheren Betrieb eine Arbeit aufnehmen“,  sagt Peter Litzka, Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen.

Im November meldeten sich bei den Vermittlern knapp 2.500 Menschen, die zuletzt eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hatten. Das waren 888 mehr als noch im Oktober. Ein Teil dieses Zuwachses ergibt sich aus dem Ende der Herbstsaison in den Tourismusgebieten entlang der Berge und am Bodensee. So sprachen im südlichen Oberallgäu 160 Kräfte aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie neu bei den Vermittlern vor. In Lindau kamen aus diesen Branchen 80 Kräfte, im Wirtschaftsraum Füssen waren es 100 Mitarbeiter. Viele von ihnen können bereits nach wenigen Wochen mit dem Start der neuen Wintersaison ihre Arbeitslosigkeit beenden. Erfreulich war im November der Rückgang auf Seiten jüngerer Menschen. Im Vergleich zum Oktober waren 80 Menschen weniger arbeitslos als im Monat zuvor. Der Vergleich mit dem November des Vorjahres zeigt sogar einen Rückgang um 111 Kräfte. Im Gegensatz dazu haben es Ältere weiter deutlich schwerer bei der erfolgreichen Suche nach einem neuen Job. Um knapp 350 Menschen im Alter von 50 Jahren und älter hat die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Vergleich zum Oktober zugenommen. Annähernd vierzig Prozent aller arbeitslosen Menschen zählen zu dieser Altersgruppe. Ähnlich schwierig sieht die Situation für Menschen aus, die bereits seit mehr als einem Jahr auf Stellensuche sind. Mehr als jeder fünfte Arbeitslose hat bereits seit mehr als zwölf Monaten keinen Arbeitsplatz. Insgesamt gehören zu dieser Gruppe im November 2.364 Menschen.

Der Arbeitsmarkt ist insgesamt von ständig in Bewegung und es ergeben sich immer wieder Chancen auf eine neue Tätigkeit. Unter den knapp 1.200 arbeitslosen Menschen, die im November eine neue Beschäftigung aufnahmen, befanden sich auch eine über 50-jährige Telefonistin, ein Immobilienfachwirt, eine Kassenkraft und ein Landmaschinenmechatroniker.

Start in die Selbständigkeit als berufliche Alternative

Für manche Menschen kann der Start in die Selbständigkeit eine sinnvolle berufliche Alternative sein, um die eigene Arbeitslosigkeit zu beenden. Diesen Weg unterstützt die Agentur für Arbeit bereits seit mehreren Jahren kontinuierlich. So erhielten in den letzten beiden Jahren durchschnittlich 156 Menschen allgäuweit einen Gründungszuschuss.

Gerade in der Startphase trägt diese Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts  bei. Ziel ist eine nachhaltige berufliche Integration in der Arbeitswelt. In diesem Zusammenhang müssen die Vermittler prüfen, ob es nicht Stellenangebote von Betrieben gibt, die ebenfalls zu einer Integration auf dem Arbeitsmarkt führen. Denn die Aufnahme einer beitragspflichtigen Beschäftigung ist vorrangig. Auch muss eine selbständige Tätigkeit gut überlegt und vorausschauend geplant sein. Um bewerten zu können, ob die vorgesehene selbständige Tätigkeit tragfähig ist, geben  Kammern oder Fachverbände in jedem Einzelfall ihre Bewertung und Einschätzung ab. Der Gründungszuschuss wird für insgesamt 15 Monate gezahlt. Zunächst gibt es für sechs Monate einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Zur sozialen Absicherung gegen Krankheit etc. wird ein monatlicher Pauschbetrag in Höhe von 300 Euro geleistet. Wenn der Gründer eine intensive Geschäftstätigkeit nachweisen kann, erhält er für weitere neun Monate erneut
300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung.

Im vergangenen Jahr hat die Agentur für Arbeit insgesamt 2,1 Mio. Euro an Beitragsmitteln für „Gründungszuschuss“ ausgegeben. Im laufenden Jahr ist ein ähnlich hoher Mitteleinsatz eingeplant.

Qualifizierte Kräfte gesucht

Auch im November suchten Betriebe zahlreiche neue Kräfte. Mit 1.600 neuen Stellenangeboten lag der Bedarf etwas niedriger als in den Monaten zuvor. Metallbearbeitung und Maschinenbau stellten allein knapp 250 zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Im Logistiksektor galt es über 150 neue Stellen für Lageristen, Kraftfahrer und Speditionskaufleute zu besetzen. Im Verkauf wurden mehr als 110 weitere Kräfte gesucht. Anhaltende Nachfrage herrschte auch nach Physiotherapeuten sowie Rechtsanwalts- und Steuerfachangestellte. In der Altenpflege ändern sich zum Beginn des neuen Jahres wichtige rechtliche Grundlagen.  Der Bedarf an examinierten Altenpflegern blieb ungebrochen hoch. Im November gaben Betreuungseinrichtungen 35 neue Stellen zur Besetzung herein. Der Stellenmarkt präsentiert sich weiter auf hohem Niveau, denn insgesamt stellten Betriebe mehr als 6.200 Beschäftigungsangebote zur Verfügung – ein deutliches Plus im Vergleich zum November des Vorjahres.

Regionale Entwicklungen im Jahresvergleich

Im Allgäu erreichte die Arbeitslosenquote mit 2,9 Prozent den niedrigsten Novemberwert seit 2011. Diese günstige Entwicklung setzte sich auch in den einzelnen Wirtschaftsräumen fort. In der Mehrzahl der Regionen ging die Arbeitslosenquote im Jahresvergleich zurück oder stabilisierte sich auf dem Wert des Vorjahres. Auch verzeichnete die Mehrzahl der Regionen bei der Arbeitslosenquote eine Zwei vor dem Komma. Den niedrigsten Wert erreichte der Wirtschaftsraum Mindelheim mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent, gefolgt von Marktoberdorf und Memmingen mit jeweils 2,5 Prozent. Der Landkreis Lindau sowie der Wirtschaftsraum Kempten wiesen im Jahresvergleich ebenfalls Verbesserungen von 0,2 Prozentpunkten auf. Auch für den Raum Kaufbeuren ist eine günstige Entwicklung erkennbar. Innerhalb des zurückliegenden Zwölfmonatszeitraumes ging die Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent auf das aktuelle Ergebnis von 3,4 Prozent zurück. Weitgehende Stabilität erreichten die Wirtschaftsräume Füssen und das südliche Oberallgäu mit Quoten von 3,3 bzw. 4,1 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung in Arbeitslosenversicherung und sozialer Grundsicherung

Seit Einführung der sozialen Grundsicherung („Hartz IV“) werden arbeitslose Menschen von der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern betreut. Insbesondere wegen der erwähnten Arbeitslosmeldungen aus dem Tourismus nahm die Zahl arbeitsloser Menschen bei den Dienststellen der Arbeitsagentur im November stärker zu. Die Arbeitsagentur betreute aktuell 6.085 Kräfte, 913 mehr als im Oktober. Im Bereich der sozialen Grundsicherung waren die sieben Jobcenter für 4.634 arbeitslose Frauen und Männer zuständig. Im Vergleich zum Vormonat bedeutete das einen leichten Rückgang um 57 Personen.

Ein anderes Bild zeigt der Vergleich mit den Daten des Vorjahres. Im November dieses Jahres waren im Bereich der Agentur für Arbeit 368 Frauen und Männer weniger gemeldet als vor einem Jahr. Demgegenüber gingen in den Jobcentern die Vergleichswerte nach oben. Hier lag der Zuwachs bei etwas mehr als 100 arbeitslosen Personen. Bei den Jobcentern hat vor allem die Zahl der zu betreuenden Ausländer deutlich zugenommen. Die Jobcenter sind auch für Flüchtlinge zuständig, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylberechtigte oder mit einem vergleichbaren Status anerkannt hat.

Ein erheblicher Teil der Bezieher von „Hartz IV“-Leistungen ist im Übrigen nicht arbeitslos. Diese Menschen betreuen kleine Kinder, pflegen Angehörige, befinden sich in einer Ausbildung oder sind mindestens 15 Wochenstunden erwerbstätig.


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